Fußpflege in Erfurt

Sandra Sauerbrey – Fachfußpflegerin in Erfurt: „Die Leute brauchen uns!“

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Fußpflege Erfurt

Wer bist du und was hast du gegründet?

Ich bin Sandra Sauerbrey und habe im August 2021 eine Fußpflege gegründet. Im Juli 2022 habe ich außerdem meinen Abschluss zur Podologin gemacht und bin gerade dabei, eine podologische Praxis zu übernehmen. Im Moment mache ich vor allem Hausbesuche und betreue ein Pflegeheim, zukünftig möchte ich zusätzlich Leistungen in meiner Praxis anbieten (Montag und Mittwoch) – der Bedarf ist auf jeden Fall da.

Ich habe selber Probleme mit den Zehen und kenne meine Podologin Gudrun schon seit 9 Jahren. Sie hat mir sehr geholfen und unter anderem verhindert, dass ich mich erneut (zum sechsten Mal!) am Zeh hätte operieren lassen müssen. 2019 hat sie mich dann gefragt, ob ich nicht den Abschluss in Podologie machen wolle. Der Grund: Sie möchte in nicht allzu ferner Zukunft in Rente gehen und brauchte einfach eine Nachfolgerin. Tja, und da habe ich mich dann wohl überreden lassen.

Nachdem ich die Idee mit meiner Familie durchgesprochen hatte, habe ich also die Ausbildung zur Podologin begonnen. Das hieß aber auch: Drei Jahre jeden Freitag und Samstag in die Schule, drei Jahre kein Urlaub. Der eigentliche Start für mein Unternehmen war dann für Frühjahr 2022 geplant, also kurz vor Ende meiner Ausbildung.

Wie das immer so ist, kam dann aber doch alles – zumindest ein bisschen – anders. Ich verlor Ende 2020 meinen Job als Buchhalterin. Dadurch ging alles etwas schneller als geplant, aber nicht unbedingt schlechter: Meine Abfindung musste ich zwar erst einklagen, hatte dann aber direkt Startkapital für meine Gründung. Ich legte also einfach ein bisschen früher los als ursprünglich geplant.

Im Moment habe ich noch Unterstützung von zwei Podologen (eine davon Gudrun), die sich vor allem um den Praxisbetrieb kümmern, während ich die Hausbesuche mache. Nun hoffe ich sehr, dass ich zukünftig jemanden finde, der mich in der Zweigpraxis unterstützt. Die Praxis, die ich übernehmen möchte, hat nämlich Räumlichkeiten an verschiedenen Enden der Stadt – die könnte ich beide einfach alleine nicht bedienen.

Zusätzlich möchte ich ja in jedem Fall die Hausbesuche weiter machen, weil ich sehe, dass gerade die älteren Leute das brauchen. Immer mehr Praxen machen kaum noch Hausbesuche, weil sie viel aufwändiger und anstrengender sind. Aber gerade für Senioren, die nicht mehr so gut vor die Tür kommen, sind eben solche Hausbesuche besonders wichtig. Zum Glück habe ich guten Kontakt zur Berufsschule – ich lasse meine Füße zum Beispiel von Auszubildenden pflegen – und kann so hoffentlich schnell gute Leute finden.

Wenn ich so auf die letzten zwei Jahre zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf: Hätte mir am Anfang meiner Ausbildung jemand gesagt, dass ich mich 2021 selbstständig mache, hätte ich ihm vermutlich einen Vogel gezeigt. Und jetzt stehe ich hier und übernehme demnächst meine eigene Praxis. Schon Wahnsinn.

Was ist das Schönste am Gründen?

Für mich ist die freie Zeiteinteilung ein riesiger Pluspunkt. Ich kann die Termine so legen, wie es für mich gut passt. Im Moment schaue ich, dass ich 16 Uhr mit allen Patienten durch bin, damit ich noch etwas Zeit für den Papierkram habe und dann 17 Uhr Schluss machen kann. Das klappt nicht immer, aber doch meistens. Und falls mal ein Patient absagt, muss ich mich nicht allzu lang ärgern, sondern fahre wieder nach Hause und kuschele eine Runde mit dem Hund.

Und falls es mir selbst mal nicht passt, z.B. wegen Krankheit, kann ich Termine auch verschieben. Inzwischen plane ich die Termine mit meinen Patienten immer im 5-Wochen-Rhythmus. So bleiben die Leute in ihrem regelmäßigen Turnus und wir haben trotzdem ein bisschen Puffer, falls auf einer der beiden Seiten etwas dazwischenkommt.

Diese Unabhängigkeit gibt mir die Möglichkeit, meine Berufung – und das ist die Podologie für mich – so auszuüben, wie es für mich und vor allem für meine Patienten gut ist. Ich sehe einfach, dass der Bedarf immer größer wird, die Leute werden ja immer älter. Zwar gibt es jede Menge Anbieter von „Fußpflege“ – die Bezeichnung ist leider nicht geschützt – aber die bieten eben einfach nicht das, was die Leute brauchen, also fundierte podologische Behandlungen. Da will ich helfen.

Was hat dich durch deine Gründung geführt?

Wie gesagt: Podologie ist meine Berufung. Durch meine Selbstständigkeit kann ich den Leuten bei ihren Problemen helfen – und zwar so, wie es auch für mich gut passt. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie schlimm und schmerzhaft Probleme mit den Füßen sein können!

Welche Hindernisse haben dich besonders herausgefordert?

Eigentlich ist meine Wohnung so ausgestattet, dass ich einen Teil als Praxisräume nutzen könnte. Das wäre für die Übergangszeit, also bevor ich die Praxis übernehme, ideal gewesen. Zwar hatte das Gesundheitsamt schon sein OK gegeben, das Bauamt stellte sich jedoch ziemlich quer. Nachdem auch die Kassenzulassung möglicherweise schwierig geworden wäre, habe ich den Plan dann ad acta gelegt und konzentriere mich jetzt auf die Hausbesuche und die Übernahme der Praxis. Die hat ja glücklicherweise schon eine Kassenzulassung.

Auch die Arbeitsagentur war nicht sonderlich hilfreich: Ein Gründerzuschuss wurde mit der Begründung abgelehnt, dass es genügend offene Stellen als Buchhalterin für mich gäbe.

Zum Glück konnte ich dank meiner Abfindung den Start dann aber auch aus eigener Kraft finanzieren. Für die Praxisübernahme sieht auch alles gut aus, die Wirtschaftsbank ist vom Konzept überzeugt, sodass wohl alles seinen geplanten Gang gehen kann.

Mich ärgert ein bisschen, dass einem auf der einen Seite zwar oft ans Herz gelegt wird, zu gründen. Wenn es dann aber um konkrete Unterstützung geht, muss man ziemlich rudern, um auch wirklich Hilfe zu bekommen. Gerade dann, wenn das Geschäftskonzept stimmt, könnte hier einiges einfacher laufen. So eine Selbstständigkeit ist ja schon Herausforderung genug, z.B. was die eigene Absicherung für den Krankheitsfall angeht.

Als ausgebildete Buchhalterin habe ich glücklicherweise weniger Probleme mit den „Zahlen“ und muss mir nur für die Dinge Unterstützung holen, die ich nicht selber machen kann oder darf, z.B. meine Steuererklärung. Für manche Dinge sollte man sich aber in jedem Fall Unterstützung holen, zum Beispiel wenn es darum geht, Mitarbeiter einzustellen und den eigenen Versicherungsschutz zu klären.

Welche Hilfe hast du gebraucht und bekommen?

Ich habe Kontakt mit zwei Pflegediensten in der Nachbarschaft und zwei Ärzten, die mich und meine Leistungen direkt empfohlen haben. Außerdem arbeitet eine Freundin bei einem Pflegedienst und konnte auch gleich ein bisschen Werbung für mich machen. Gleichzeitig mache ich natürlich auch Hausbesuche bei Patienten der podologischen Praxis, die ich dann übernehmen möchte. Am Anfang haben wir zusätzlich Flyer verteilt, inzwischen habe ich aber auch ohne solche Werbeaktionen genug zu tun.

Über ein Existenzgründerseminar beim Gründerzentrum habe ich Daniel kennengelernt, der mir dann auch gleich meine Website gebaut hat. Darüber kommen auch immer mal wieder Anfragen rein. Ich schaue dann, ob sie in meinem Einzugsgebiet liegen und bekomme so weitere Patienten hinzu.

Ganz generell bekomme ich viel positives Feedback für die Website und auch für das Logo, das Daniel gestaltet hat. Das ist ein tolles Aushängeschild. Nicht umsonst prangt das Logo ganz groß auf dem Plakat, das im Moment noch unsere Hauswand ziert. Wenn ich dann die Praxis übernehme, muss ich es leider abnehmen – aber vielleicht hänge ich es mir dann einfach als Erinnerungsstück in den Flur (lacht).

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Für die Zukunft steht in jedem Fall erstmal die Übernahme der podologischen Praxis an. Hierfür muss ich noch Unterstützung durch eine Kollegin oder einen Kollegen finden, ansonsten ist aber alles auf dem richtigen Weg. Dann darf ich endlich auch Patienten in meiner eigenen Praxis begrüßen. Ich freu mich drauf!

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